5 Regisseure, die Donald Trumps Präsidentschaft verfilmen könnten

Die besten Drehbücher schreibt noch immer das echte Leben.

Wie man so schön sagt: Die besten Geschichte schreibt das echte Leben. Das erkennt man nicht nur an der Flut von Hollywoodfilmen, die „auf wahren Tatsachen“ basieren, sondern auch daran, was gerade so im Weißen Haus abgeht. Mittlerweile ist es zur geflügelten Phrase geworden, zu behaupten, Donald Trumps erste Monate als US-Präsident würden alles überbieten, was sich irgendein Autor ausdenken könnte.

Grund genug einmal darüber nachzudenken, welcher Regisseur in ein paar Jahren diese turbulenten Ereignisse auf Zelluloid bannen könnte und sollte. Ich habe hier mal meine fünf Favoriten zusammengetragen – und gerne könnt ihr euch daran beteiligen. Entweder in den Kommentaren oder auf eurem eigenen Blog. Dann hätte ich hiermit sogar meine erste Blogparade gestartet.

Platz 5: Oliver Stone
Oliver Stone ist seit jeher ein Regisseur mit einer politschen Mission: Missstände benennen, Helden wahlweise konstruieren oder dekonstruieren, dabei immer kritisch gegenüber der US-Regierung und des Systems. Mit Nixon hat er sich sogar schon mal eines gescheiterten Präsidenten angenommen. Klar, dass der Mann ganz vorn in der Reihe stehen würde, sobald das Drehbuch zum Trump-Film vergeben wird. (Vermutlich arbeitet er derzeit schon selbst an einem Script.) Nach einer kleinen Flaute konnte er mit Snowden im vergangenen Jahr immerhin ein wenig Kredibilität zurückgewinnen. Ein Trump-Film von Oliver Stone dürfte dabei wohl alles andere als distanziert, sondern mit klarer Kante daherkommen. Was aber gar nicht mal so schlimm wäre.

Platz 4: David Fincher
Finchers gesamte Filmografie baut auf bereits existerienden Stoffen auf – Originaldrehbücher sind dem Mann fremd. An realen Begebenheiten – Zodiac und The Social Network – hat er sich schon versucht. Mit Erfolg. Warum also nicht (noch mal) die Geschichte eines größenwahnsinnigen Milliardärs verfilmen? Zumal Fincher ja schon bewiesen hat, dass er Gesellschaftskritik auch sehr unterhaltsam verpacken kann (Fight Club). Den notwendigen, düsteren Erzählton und die dazu passende Lichtstimmung bringt der Mann auf jeden Fall mit. Obwohl es fraglich ist, ob der goldbraune Hautton des Präsidenten in der Fincher-typischen blaugrauen Farbpalette so gut zur Geltung kommt…

Platz 3: Die Coen Brüder
Wenn jemand absurde Figuren schreiben und inszenieren kann, ohne sie ins gänzlich Lächerliche zu ziehen, dann sind das Joel und Ethan Coen. Die können zwar auch ernst (No Country for old Man, Inside Llewyn Davis), machen aber viel lieber auf subtil-humorvoll und preschen ihre Charaktere immer wieder durch die unmöglichsten Situationen. Ich für meinen Teil kann mir kaum jemanden vorstellen, der Trumps Treffen mit dem Papst unterhaltsamer auf Leinwand bannen könnte. Das wäre ein Fest.

Platz 2: Martin Scorsese
Es gibt viele Konstanten im Werk des Martin Scorsese. Eine davon besteht darin, die Erfolgsgeschichte eines Menschen abzuhandeln, nur um ihn gegen Ende in Bodenlose stürzen zu lassen. Nun kann ich zwar nicht die Zukunft voraussehen, habe aber dennoch eine Wette am Laufen, dass Mr. Trump innerhalb seiner ersten beiden Jahre des Amtes enthoben wird. Das wäre also die ideale Gelegenheit für den Mann hinter Hexenkessel, Goodfellas, Taxi Driver, The Departed und – meine Güte, wie passend! – The King of Comedy, einen letzten großen Film über die Rise-and-Fall-Geschichte eines zwielichtigen Halbkriminellen abzuliefern. Bei der Gelegenheit kann er für die Hauptrolle gleich noch Jack Nicholson aus seinem Kälteschlaf reaktivieren.

Platz 1: Michael Bay
Lupenreiner Machismus, überbordender US-Patriotismus, markige Sprüche, die an Dummheit kaum zu überbieten sind – es gibt viele Parallelen zwischen Donald Trumps Attitüde und Michael Bays filmischen Schaffen. Und auch, wenn viele – einschließlich mir – der festen Überzeugung sind, dass Bay am besten gar keine Filme mehr machen sollte, so wäre er für eine Verfilmung von Donald Trumps Präsidentschaft wie kein Zweiter prädestiniert. Fragt sich nur, ob dabei so ein Schmonz wie Transformers oder doch eher eine unterhaltsame Brachial-Komödie à la Pain & Gain herauskommen würde. Letztere fing nämlich schon damals den Spirit des Toupé-Trägers ziemlich gut ein. Wenn Bay nur noch einen Film machen sollte, dann sollte es dieser sein.

Honorable Mentions: Clint Eastwood (obviously), Gareth Edwards (kann Monster, aber keine intelligent handelnden Menschen), Danny Boyle (bin noch immer beeindruckt von Steve Jobs) und Darren Aronofsky (insofern der Film denn ein düsteres Mahnmal unserer Gesellschaft werden soll).

Bild: (c) dpa

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9 Kommentare

    1. Der kam mir natürlich auch gleich in den Sinn. Sehr aber das Problem, dass Tarantino meist Filme macht, in denen eine Gruppe im Mittelpunkt steht. Der Trump Film wäre eher ein One-Man-Show. Und für intelligente Dialoge wäre da auch kein Platz…

      Gefällt 1 Person

  1. Erst mal müssen wir sie überstehen, bevor sie verfilmt werden kann…
    Als Darsteller denke ich an eine Ernie (aus der Sesamstraße) Puppe. Die ist schon orange und man muss ihr nur ein totes Nagetier an den Kopf nageln, um den vollen Effekt zu erreichen. Man könnte eine nehmen, mit diesem Band zum dran ziehen, damit sie Sprüche sagt. Allerdings müssten die üblichen liebenswerten Ernie-Sprüche natürlich durch Plattitüden, Rassismen,Sexismen und was-weiß-ich-für-ismen ersetzt werden.

    Als Regisseur? Werner Herzog! „And in the end the realisation hit him, like a freigt train out of control. Being president had never brought him even an iota of joy and there would only ever be bleakness and despair.“ Und dann tanzt ein Huhn. Okay, als Darsteller möchte ich bitte auf einen reanimierten Klaus Kinski umschwenken! Das wäre perfekt!

    Gefällt 2 Personen

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